Frühkindliche Reflexe
Hier können Sie sehen, wie sich noch aktive Reflexe äußern können. Diese Reflexe können bei Kinder sowohl als auch bei Erwachsenen noch latent sein.
- Der Moro Reflex entwickelt sich ab der 28. Schwangerschaftswoche und sollte bis zum 4. Monat integriert sein. Er lässt das Baby direkt nach der Geburt atmen und den Körper strecken.
Ist dieser Reflex weiter aktiv ist eine hohe Infektanfälligkeit zu beobachten. Mit Kritik und Stress können diese Kinder schlecht umgehen. Es gibt immer wiederkehrende Verhaltensmuster. - Bonding muss gelernt werden, um später im Leben selbst Liebe geben zu können. Ist der Bonding Reflex noch aktiv, äußert sich dieser dadurch, dass die Kinder sehr ängstlich sind und keinerlei Selbstvertrauen haben.
- Der tonische Labyrinth-Reflex wird aktiviert bei Veränderung der Kopfposition im Verhältnis zur Körpermitte. Abgebaut werden sollte er bis zum 4. Lebensmonat. Wird dieser Reflex nicht abgebaut, haben die Kinder Probleme mit dem Gleichgewicht. Die Bewegungskoordination fällt ihnen schwer. Sie haben Probleme mit der Zeit- und Raumwahrnehmung. Ihre Aufmerksamkeitsspanne ist sehr kurz, sie verdrehen Buchstaben, Abschreiben von der Tafel ist anstrengend. Die Hörverarbeitung ist eingeschränkt. Muskelverspannungen und Haltungsschäden entstehen.
- Der Landau Reflex ist für die Steuerung der Balance zwischen Beuge- und Streckmuskel zuständig. Die Folge aus nicht integrierten Reflexen sind:Schwierigkeiten beim Hüpfen und Springen. Brustschwimmen wird sehr schwer erlernt.
- Ende des 1. Lebensjahres sollte der Greifreflex integriert sein. Ausgelöst wird der Reflex, wenn man dem Kind etwas in die Hand gibt. Ist der Reflex nicht vollständig integriert, bleibt die Hand-Augen- bzw. Hand-Fußkoordinierung unsicher. Feinmotorische Probleme können die Folge sein. Die Zunge bzw. der Mund wird beim Schreiben mitbewegt, eine undeutliche Aussprache ist zu hören.
- Beim Asymmetrischen Tonischen Nackenreflex (ATNR) werden durch die Kopfdrehung zu einer Seite die Gliedmaßen gestreckt und zu der anderen Seite gebeugt. Dieser Reflex wird für die Entwicklung der auditiven und visuellen Wahrnehmung benötigt. Er ist verantwortlich für das Sprach- und Sprechzentrum. Beim nicht vollständig integrierten Reflex können Schwierigkeiten in der Rechtschreibung, in der Grammatik und beim Rechnen auftreten. Schriftliche Gedanken sind schwer formulierbar. Beim Lesen wird der Kopf mitbewegt, Buchstaben und Wörter werden ausgelassen. Überkreuzbewegungen sind nicht möglich.
ADS und ADHS könnten sich entwickeln. - Der symmetrische tonische Nackenreflex ( STNR) löst den ATNR ab. Integriert sollte er bis zum10. Lebensmonat sein. Ist der Reflex nach dieser Zeit noch latent vorhanden, so kommen bei einer Nackenstreckung sämtliche Beugemuskeln des Beckens, der Hüfte und der Beine rein reflektorisch in einen Hypertonus. Kinder bei denen dieser Reflex noch aktiv ist, sind meist nicht gekrabbelt. Das Kind sitzt in der W-Sitzhaltung auf dem Boden. Viele der Kinder mit Legasthenie oder Lernstörung weisen noch einen aktiven STNR auf.
- Der Amphibien Reflex ermöglicht die unabhängige Bewegung des Unterkörpers, erlernen von Krabbeln und Kriechen.
- Der spinale Galant ist wichtig für das Gleichgewicht und die Hörentwicklung. Ist dieser nicht integriert können als Folge Bettnässen oder Konzentrationsprobleme auftreten.